Elternseite

Der erste Zahnarzttermin,
ein kleiner Ratgeber für Eltern auf unserer Elternseite

DSC_0081Wir möchten Ihnen einige Tipps geben, wie Sie Ihr Kind zu Hause auf einen Zahnarztbesuch vorbereiten können. Es ist durchaus möglich, dass Ihnen manches davon etwas ungewöhnlich erscheint; seien Sie sich bitte sicher, dass sich das von uns empfohlene Verhalten in vielen tausend Kinderbehandlungen – nicht nur in unserer Praxis – bewährt hat.
Mit dem Mund kann man soviel machen! Lachen, lächeln, sprechen, die Lippen zusammenpressen, singen, pfeifen, küssen und essen! Ihr Kind sollte wissen, dass es einen Mund und Zähne darin hat, und dass es ganz normal ist, sich mit diesem Bereich zu beschäftigen und ihn anderen Menschen zugänglich zu machen.
Wecken Sie die Neugierde Ihres Kindes auf das kommende Erlebnis „Zahnarztbesuch“. In vielen Praxen dürfen die Kinder selber Zahnarzt spielen und Stofftiere – oder das eigene Kuscheltier – untersuchen.
Gestalten Sie den Tag des Zahnarztbesuches frei von Belastungen und sorgen Sie dafür, dass Sie und Ihr Kind ausgeruht sind.
Vermeiden Sie beruhigend gemeinte Formulierungen wie „Du brauchst keine Angst zu haben, es tut bestimmt nicht weh.“ Falls Ihr Kind fragt, ob eine Zahnbehandlung weh tut, ist es viel geschickter zu antworten, dass die meisten Kinder sagen, es würde kitzeln.
Trotz aller Vorbereitungen ist ein Zahnarztbesuch für Ihr Kind neu und ungewohnt. Deshalb ist es ratsam, wenn das Behandlungsteam schrittweise vorgeht, um Ihr Kind behutsam in die Behandlungssituation einzuführen.
Haben Sie bitte Geduld, auch wenn sich eine Behandlung einmal über mehrere Sitzungen erstrecken sollte.
Bei der Kinderbehandlung können auch spezielle Entspannungstechniken, die der modernen klinischen Hypnose nach Milton Erickson entlehnt sind, eingesetzt werden. Dabei werden zum Beispiel Geschichten erzählt, die dazu dienen, die Aufmerksamkeit der Kinder von der Zahnbehandlung fortzuführen. Wenn Sprache und Erzählung manchmal etwas konfus klingen, so geschieht das mit voller Absicht. Diese Technik ist eine wirksame Methode, um Ihr Kind in einen angenehmen (Trance-) Zustand zu führen.
Auch bei sehr kleinen Kindern (jünger als 3 Jahre) ist, mit Ihrer Hilfe, eine zahnärztliche Behandlung auch ohne Vollnarkose sehr gut möglich. Die Jüngsten brauchen während der Behandlung die Nähe ihrer Eltern. Legen Sie sich deshalb unter Ihrem Kind auf dem Behandlungsstuhl, halten Sie es (aber so, dass es ausreichend Bewegungsmöglichkeit hat) und legen Sie eine Hand auf den Bauch Ihres Kindes.
Nur liegen lassen, nicht streicheln! Sie werden spüren, wie Sie und Ihr Kind sich jetzt entspannen.
Durch die Anwendung von speziellen Entspannungstechniken ist es möglich, die Behandlung so zu gestalten, dass Ihr Kind sie positiv wahrnehmen wird.
Versprechen Sie bitte keine Belohnungsgeschenke!
Gerade Dinge, die sich Ihr Kind möglicherweise sehr wünscht, setzen es bei der Behandlung zu stark unter Druck und erschweren für das Team die Zusammenarbeit.
Je weniger Aufhebens Sie von der Angelegenheit machen, desto besser.
Schimpfen Sie bitte nicht vor, während oder nach der Behandlung mit Ihrem Kind. Loben Sie es stattdessen – aber nur für das, was es auch wirklich gut gemacht hat: selbst wenn das nur eine winzige Kleinigkeit sein sollte.
Sollte Ihnen während einer Behandlung irgend etwas missfallen, so sprechen Sie den Behandler bitte erst hinterher darauf an, möglichst in Abwesenheit des Kindes.
Selbstverständlich ist Ihre Anwesenheit im Behandlungszimmer willkommen. Bitte aber bleiben Sie eher im Hintergrund und überlassen Sie dem zahnärztlichen Team die Führung Ihres Kindes. Nur durch eine gute Zusammenarbeit zwischen Eltern und Zahnarzt ist eine Erfolg versprechende und angenehme Behandlung möglich.
Es kann auch sein, dass ein Kind sich sehr auf die Eltern fixiert, wenn sie im Zimmer anwesend sind. Dadurch gestaltet sich die Kontaktaufnahme sehr viel schwieriger. In solchen Fällen ist es besser, die Kinder alleine in das Behandlungszimmer gehen zu lassen.
Zum Schluss möchten wir Sie darum bitten, einmal in sich selbst hineinzufühlen. Sollte für Sie ein Zahnarztbesuch unangenehm oder gar mit Angstgefühlen behaftet sein, übertragen Sie das mit großer Wahrscheinlichkeit auf Ihr Kind.
Auch wenn Sie sich um das Wohl Ihres Kindes Sorgen machen sollten, können Sie diese Besorgnis übertragen und verursachen ähnlich unruhige Empfindungen bei Ihrem Kind.
Wir möchten Sie darum bitten, zu prüfen, ob Ihre Anwesenheit im Behandlungszimmer eine wirkliche Hilfe für Ihr Kind ist.